Kinobesuch der 4C - "Die Fälscher"
Im Rahmen des Deutsch- und Geschichteunterrichts besuchten die Schüler der 4C den Film „Die Fälscher“. Ziel dieser Lehrveranstaltung war die Auseinandersetzung mit den Themen Nationalsozialismus und Judenverfolgungen.

Der Film beginnt mit dem Besuch eines Mannes im Casino von Monte Carlo. Sein Aktenkoffer ist prall gefüllt mit gefälschten Banknoten. Er verbringt die Nacht mit einer Frau, die plötzlich die Nummerntetowierung des KZ am Arm des Mannes entdeckt.
Salomon Sorowitsch, ein Jude, erinnert sich wieder an die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Er lebt in Berlin, ist ein Ganove, der viel Geld mit dem Fälschen von Ausweisen und Dokumenten verdient. Der Mann wird verraten und vom Kriminalbeamten Herzog verhaftet. Sorowitsch kommt ins KZ Mauthausen und wird später ins KZ Sachsenhausen verlegt. Dort trifft er Herzog wieder, der nun SS Sturmbannführer ist. Er verlangt von Sorowitsch und einigen anderen „Profis“, die in Spezialbaracken untergebracht sind, zunächst das Fälschen von englischen Pfundnoten, später von Dollar Noten. Die Wirtschaft der alliierten Kriegsgegner soll damit überschwemmt werden. Nach einigen Anfangschwierigkeiten gelingt die Fälschung des englischen Pfunds, die Häftlinge werden mit Zigaretten und Essen „belohnt“, sie erhalten „sogar“ einen Tischtennistisch.
Der Regisseur schildert in diesem Spielfilm sehr eindrucksvoll den unerträglichen Gewissenskonflikt mit dem sich die Fälscher auseinandersetzen müssen: Sollen sie mit dem Vorgesetzten Herzog kooperieren, um ihr Leben zu retten, aber dadurch den Nazis helfen und vielleicht zum Sieg der Deutschen beitragen? Leisten die Männer jedoch passiven Widerstand, indem der nächste Auftrag, die Fälschung von Dollar Noten erfolglos bleibt droht ihnen der Tod. Der Kommunist Burger, ein politischer Häftling, will seine Ideale nicht verraten und behindert das Projekt. Im letzten Moment gelingt Sorowitsch jedoch die Fälschung. Dafür verlangt er von Herzog für seinen russischen Mithäftling und Freund Kolja, der schwer erkrankt ist, Medikamente. Der Kleinkriminelle zeigt so in meinen Augen Menschlichkeit und Selbstlosigkeit.
Danach bricht das Nazisystem zusammen, die Wachmannschaften fliehen. Die Fälscher werden von den abgemagerten KZ Häftlingen sogar für Nazis gehalten.
In Monaco verliert Sorowitsch beim Roulette sein gesamtes Geld. Seinen Lebenswandel als Ganove, nämlich als „Fälscher“ hat er niemals abgelegt.
Der Film beruht auf wahren Begebenheiten. Er erzählt von der „Aktion Bernhard“, der größten Geldfälschungsaktion im Dritten Reich.
Das zentrale Thema ist für mich der moralische Konflikt in dem sich die Fälscher befunden haben, das Überleben zwischen Anpassung und Widerstand. Der Film hat mich sehr erschüttert. Immer wieder muss ich daran denken, in welchem Ausnahmezustand sich die Fälscher und Häftlinge im KZ befunden haben, wozu sie gezwungen wurden.
Das unermessliche Leid aller Häftlinge in den KZ ist für mich unfassbar.

Alexander Rauch

 

 
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