Sozialprojekt 2009: 7B, B-F
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Sozialprojekt 2009: 7B, B-F
Christoph Dibiasi
Lukas Feichtinger
Kajetan Felderer
Lukas Fertl

 

Georg Breindl: Landesklinikum Mistelbach
Nach einigen Rückschlägen auf der Suche nach einer Stelle für mein Sozialpraktikum kontaktierte ich das Krankenhaus Mistelbach. Der größte Vorteil war, dass die örtliche Pflegeschule ein sogenanntes Schnupperpraktikum für angehende Schwestern und Pfleger im Krankenhaus anbietet, sodass meine rechtliche Stellung eindeutig geklärt war. Es war mir dadurch möglich, klar definierte Aufgaben im Krankenhaus zu erfüllen und bei jenen Tätigkeiten, die einem Schnupperpraktikanten nicht erlaubt sind (Tätigkeiten am Patienten), zuzusehen. Das Krankenhaus in Mistelbach besteht seit etwa hundert Jahren und hat sich in dieser Zeit vom Bezirksspital zur drittgrößten Gesundheitseinrichtung Niederösterreichs hinaufgearbeitet.
Am ersten Tag musste ich etwas früher im Spital sein, da es eine Vorbesprechung mit dem Direktor der Pflegeschule gab. Anschließend zeigte man mir das Krankenhaus. Auf der Station durfte bei der täglichen Routine mithelfen und Betten machen, den Patienten Tee bringen, das Mittagessen servieren und abservieren sowie Botengänge machen. Beim Fiebermessen, Blutdruckmessen oder Waschen der Patienten durfte ich nur zusehen. Nach der Mittagspause hatte ich die Aufgabe, den Vorrat an Handtüchern, Hemden und ähnlichem in den Zimmern nachzufüllen.
Nachdem ich mich an die Routinearbeit gewohnt hatte, hatte ich etwas Zeit mit den Patienten zu reden. Ich fand es sehr bedrückend wie die Demenz die Menschen beeinträchtigt. Ich half zum Beispiel einer Patientin beim Suchen ihrer Brille (sie war direkt neben ihrem Bett, doch wusste die Patientin das nicht mehr). Eine Patientin wollte, dass der Verband von ihrem Fuß entfernt wird, da er so sehr drücke. Dabei hatte sie gar keinen Verband. Ein Patient wollt nicht gebadet werden und rief dauernd nach der Polizei.
Einmal trat ein Patient mit einer Bitte an mich heran, seinen „Schlapfen“ zu suchen, den er auf dem Weg zu Untersuchungen verloren hatte. Als ich diesen nach langer Suche endlich gefunden hatte, hatte ich zum ersten Mal das Gefühl auf der Station nicht nur etwas getan sondern etwas erreicht zu haben (man hätte keinen Pfleger losgeschickt eine „Schlapfen“ zu suchen). Dass sich der Patient gefreut hatte, hat mich wiederum gefreut.
Am Freitag wurden viele Patienten, die ich schon gut kannte, entlassen. So beschränkte sich meine zusätzliche Aktivität auf das Kaufen einer Zeitung und das Überzeugen eines Patienten ins Nebenzimmer um zu ziehen um ein Zimmer frei zu bekommen. Ich glaube, dass mir der Stationspfleger diese Aufgabe zugeteilt hatte, weil er sah dass ich im Umgang mit den Patienten eher schüchtern und zurückhaltend war und scheinbar wollte er, dass ich über meinen Schatten springe. Abschließend gab es noch eine Endbesprechung mit dem Pflegedirektor.
Ich war auf einer sehr netten Station. Die meisten Leute konnten mich gut leiden nur die Erklärung unseres „Sozialprojekt“ gestaltete sich etwas schwierig. Sehr nett fand ich es von den Pflegeschülern, mich in den Pausen mit zu nehmen. Die Betreuung im Krankenhaus Mistelbach ist ideal. Es scheint perfekt für unser „Sozialprojekt“ geeignet, wenngleich das Schnupperpraktikum der Pflegeschule eigentlich jenen Menschen, die den Beruf eines Pflegers erlernen wollen, einen Einblick in die tägliche Alltagsarbeit bieten sollte.
Der einzige Nachteil für mich war die schwierige Erreichbarkeit des Spitals, wo ich von 8 bis 15 Uhr anwesend sein musste. Ich musste täglich mit der Schnellbahn von Wien nach Mistelbach fahren. Vom Bahnhof Mistelbach sind es dann noch etwa 15 Minuten zum Krankenhaus. Um pünktlich im Krankenhaus zu sein, musste ich um 5:30 Uhr von zu Hause weggehen. Am Nachmittag bin ich dann um etwa 17 Uhr todmüde nach Hause gekommen und habe mich bald danach niedergelegt, da ich ja am nächsten Tag schon wieder um 5 Uhr aufstehen musste.

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